
Kronen Zeitung
„KRONE“-STOPPLICHT
Der echte Anpfiff
Die Königsklasse spiegelt die rasante Entwicklung des Weltfußballs wohl am treffendsten wider. 1992 trat die Champions League die Nachfolge des Meistercups an, nach einer Vorqualifikation, zwei K.-o.-Runden und einer Spielphase mit zwei Vierergruppen standen damals mit Marseille und Milan die Finalisten fest. Das 1:0 der Franzosen läutete eine neue Ära im Klubfußball ein, die einen ungeahnten Höhenflug hinlegte.
Die 34. Auflage des Bewerbs hat mit der Premiere kaum etwas gemeinsam. Inklusive Qualifikation gingen letzten Sommer 82 Teams ins Rennen, 280 Matches werden bis zum Endspiel angepfiffen worden sein. Jeder Platz in der Ligaphase wird mit einem Geldregen versüßt, Paris kassierte für den Vorjahressieg 144 Millionen Euro. . .
Doch das Streben nach mehr sorgt für laute Kritik. Stars stöhnen über Überbelastung, Verletzungsrisiko und zu geringe Regenerationszeit. Der Bewerb soll deshalb von der UEFA künstlich aufgebläht worden sein, um mehr Geld zu lukrieren, 144 Partien im Ligaformat sind übertrieben, um lediglich zwölf von 36 Teams zu verabschieden.
Selbst Fans mit riesiger Leidenschaft verlieren den Überblick, freuen sich dafür umso mehr auf den Auftakt ins Viertelfinale. Für viele erfolgt erst heute der echte Anpfiff. Weil das Niveau besser wird. Die Duelle sind spannender und das Format ist endlich übersichtlich.
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